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Kurz ist ein Meister der Illusion

Harald Katzmair sitzt in einer kleinen Fensternische des Café La Mercerie im Wiener Servitenviertel. Es ist der Dienstag jener Woche, im Laufe derer die politische Welt in Österreich auf den Kopf gestellt wurde und es ist eine Phase, in der Katzmairs berufliches Feld quasi in Echtzeit um eine gigantische Fallstudie erweitert wird. Zuallererst erkennt H. Katzmair in den Verwerfungen nach Bekanntwerden des Ibiza-Videos ein philosophisches Lehrstück: Es ist schlicht und ergreifend eine Illusion, dass wir Dinge unter Kontrolle hätten. Um einigermaßen Ordnung in die Nichtlinearität unserer Welt zu bringen, erfänden wir Muster, Systematiken, Geschichten – magisches Denken, würde Sigmund Freud sagen. Denn es passiere nun einmal immer wieder Unvorhersehbares, und mit einem Mal bricht dann das gesamte vermeintlich unter Kontrolle gehaltene Gedankengebäude zusammen. Plötzlich ist alles ganz anders. In solchen Situationen komme es dann auf die Fähigkeit zur Resilienz an, wobei zwei Faktoren entscheidend seien: Agilität und Stabilität, vor allem aber die Umschaltkompetenz, mit der zwischen diesen beiden Zuständen gewechselt werden könne.